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Wenn der Kunde nicht bezahlt

Wenn der Kunde nicht bezahlt

Brina Gut ist Mitarbeiterin in der Finanzabteilung der Firma Musterlaus. Frau Gut ist in der Abteilung für die Zahlungseingänge zuständig, sie bearbeitet die offenen Posten der Kunden und überprüft, ob diese rechtzeitig eingegangen sind. Immer wieder hat Frau Gut Kunden bei denen Sie „Nachhaken“ muss. Die Kunden die öfter mal ihre Rechnung nicht rechtzeitig beglichen haben, werden von Frau angerufen. Sie erinnert die Kunden an ihre Zahlung. Mit Ihrer Methode ist Frau Gut erfolgreich.

Nun ist ein neuer Mitarbeiter an Ihrer Seite, Herr Willich, er hat vor einigen Wochen angefangen in der Finanzabteilung zu arbeiten und Frau Gut begleitet ihn in seiner Anfangsphase. Sie zeigt ihm worauf er achten muss und wie die Vorgänge funktionieren. Sie gibt ihm einen Tipp: „Achte in der Liste immer auf die Zahlungen die anstehen und rufe die Kunden an um sie an die Zahlung zu erinnern, wenn diese nicht eingegangen ist“, sagte sie. Herr Willich kann diesen Vorgang nicht genau verstehen, schließlich steht doch auf der Rechnung, dass sie bis Tag X die Rechnung begleichen sollen, also warum anrufen? Einige Wochen später arbeitet Herr Willich an einem Fall wo der Kunde, Herr Rasen, seine offene Rechnung nicht beglichen hat. Herr Willich ruft an:

 

Herr Willich: „Guten Tag, mein Name ist Willich, von der Firma Musterlaus. Ich rufe an, weil Sie Ihre Rechnung nicht bezahlt haben.“

 

Herr Rasen: „Welche Rechnung und wer sind Sie noch mal?“

 

Herr Willich: „Mein Name ist Willich von der Firma Musterlaus, sie haben ihre Rechnung nicht bezahlt die ist schon überfällig, wann kann ich also mit der Zahlung rechnen?“

 

Herr Rasen: „Ach Musterlaus, jetzt macht es klick, ja hab ich wohl vergessen, geben Sie mir ein paar Tage, ich suche die Rechnung raus und überweise Ihnen das Geld.

 

Herr Willich: „Ok so verbleiben wir, einen schönen Tag noch.“

 

Herr Rasen: „Ja klar, schönen Tag“

 

Eine Woche später überprüft Herr Willich erneut die Zahlung von Herrn Rasen und siehe da, kein Zahlungseingang. Herr Willich ruft noch mal an:

 

Herr Willich: „Willich von der Firma Musterlaus, was ist mit Zahlung die Sie begleichen wollten?“

 

Herr Rasen: „Ähm Hallo? Welche Zahlung wer sind Sie?“

 

Herr Willich: „ Firma Musterlaus, wir haben doch letzte Woche gesprochen, Sie wollten Ihre Rechnung begleichen, ein paar Tage sagten sie, es ist immer noch nichts da, so geht das nicht!“

 

Herr Rasen: „ Ja ach die, mein Gott ich hab viel um die Ohren, warum hetzen Sie einen auch so. Ich überweise es Ihnen ja noch. Hab jetzt eine Menge zu tun, sie bekommen ihr Geld, nur Geduld.“ – Kunde legt auf.

 

In den nächsten Tagen wird Herr Willich von dem Kunden immer wieder vertröstet, seine Geduld ist langsam am Ende. Herr Willich ist mittlerweile sehr wütend und weiß nicht mehr weiter, er kann es sich nicht erklären, da kommt Frau Gut auf ihn zu und versucht ihn zu beruhigen. Sie will wissen, was alles in diesem Fall vorgegangen ist und sagt, dass sie den Kunden am nächsten Tag anrufen wird.

Am nächsten Tag, nachdem Frau Gut alle Informationen von Herrn Willich bekommen hat, ruft Sie den Kunden an.

 

Frau Gut: „Guten Tag mein Name ist Brina Gut ich bin Mitarbeiterin der Firma Musterlaus, Herrn Rasen hätte ich gern gesprochen.“

 

Herr Rasen: „ Hallo, am Apparat.“

 

Frau Gut: „ Ah Hallo Herr Rasen, sie wissen ganz sicher warum ich anrufe, es geht um Ihre überfällige Zahlung.“

 

Herr Rasen: „Ich habe Ihrem Kollegen schon gesagt, ich mach das die Tage. Ich habe derzeit viel Stress.“

 

Frau Gut: „Ich kann Sie verstehen Herr Rasen, versuchen Sie doch bitte auch uns zu verstehen, die Zahlung ist jetzt schon seit 50 Tagen überfällig. Vergleichbar überfällige Forderungen werden bereits an das Inkassounternehmen abgegeben. Um dies zu vermeiden versuchen wir mit Ihnen eine andere Lösung zu finden, die beide Seiten zufriedenstellt.

 

Herr Rasen: „Das ist ja auch sehr nett von Ihnen, es war mir auch ehrlich gesagt nicht bewusst, dass es so lange überfällig ist, ich habe etwas den Überblick verloren, mein Mitarbeiter hat gekündigt, ich bin hier alleine und muss alles irgendwie regeln.

 

Frau Gut: „Oh das ist ganz sicher nicht einfach, ich kann Sie gut verstehen. Wenn wir also diese Zahlung schnell beglichen bekommen, haben Sie eine Sache schon vom Tisch. Das wäre doch für beide Seiten gut. Ich brauche also ein Zahlungsversprechen von Ihnen. Wir vereinbaren zusammen einen Tag und bis dahin begleichen Sie die Rechnung, was meinen Sie?“

 

Herr Raser: „Gut, ich verspreche es Ihnen, sagen wir bis Freitag? Können Sie mir noch die 3 Tage Zeit geben, am Freitag ist das Geld bei Ihnen drauf, ich verspreche es Ihnen“.

 

Frau Gut: „Gut, am Freitag ist das Geld auf unserem Konto, ich rechne fest damit. Ich werde Sie am Freitag nochmal kontaktieren um Ihnen den Eingang zu bestätigen, einverstanden?“

 

Herr Raser: „ Ok, so machen wir das, bis Freitag.“

 

Nachdem Frau Gut aufgelegt hat, ist sich Herr Willich sicher, dass der Kunde bis Freitag die Rechnung nicht begleichen wird. Er glaubt dem Kunden nicht und auch nicht, dass die nette Art von Frau Gut etwas bei dem Kunden bewirken kann. Und 3 Tage später ist es Freitag, Frau Gut ist vor Herr Willich im Büro und begrüßt ihn schon mit einem breitem Grinsen. Sie zeigt ihm direkt am Morgen den Zahlungseingang des Kunden und sagt: „Du musst nur wissen, wie du das Gespräch angehen musst, die Technik ist wichtig.“ In den nächsten Monaten kommt es öfter zu solchen Fällen, wo Herr Willich mit seiner raschen Art nicht weiter kommt und Frau Gut jedes Mal mit Erfolg aus der Sache raus geht. Herr Willich spricht das Thema bei seinem Abteilungsleiter an, da steckt eine Technik, ein Wissen dahinter, auch er will es lernen.

Damit Frau Gut nicht die einzige aus der Abteilung bleibt wollen die Mitarbeiter und der Abteilungsleiter, dass ein Seminar zu diesem Thema stattfindet. Frau Gut weiß genau wonach Sie suchen, denn Sie hat, als sie noch wo anders beschäftigt war, an so einem Seminar teilgenommen. Sie stellt den Kontakt zu Herrn Liebscher von der debkonplus her. Der Abteilungsleiter bucht für das Thema „Außenstände erfolgreich am Telefon einziehen“, ein Seminartag mit der debkonplus und Herrn Liebscher.

 

Herr Willich ist froh, nun kann auch er lernen wie es wirklich geht und muss seine harten Fälle nicht an Frau Gut weitergeben.

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Die gesetzlichen Bestandteile einer Rechnung

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading source=“post_title“ use_theme_fonts=“yes“][vc_column_text]Eigentlich sollte eine richtig ausgestellte Rechnung selbstverständlich sein. Aber warum ist dann jede 6. Rechnung immer noch falsch? Sicher liegt es nicht nur an den gesetzlichen Bestandteilen. Vielmehr werden Preisdifferenzen und falsche Rechnungsadressen weitere Ursachen sein.

Unter falsch ausgestellten Rechnungen leidet die Liquidität. Aber nicht nur. Experten schätzen, dass die Korrektur einer Rechnung mit zusätzliche 50,00 € zu Buche schlägt. Ein nicht unerheblicher Betrag, den man als schleichende Prozesskosten bezeichnet.

Hinzu kommt, dass viele Selbstständige keine Aufzeichnungen darüber führen, wie häufig die Rechnungen neu geschrieben werden müssen. Schließlich ist es offensichtlich nur ein Knopfdruck. Das täuscht allerdings.

Extrem unangenehm wird es für den Gläubiger einer Forderung, wenn die Zahlung ausbleibt und der Mahnbescheid später auf den falschen Adressaten ausgestellt wird. Aus unseren Erfahrungen ist genau dieser Sachverhalt aber keine Seltenheit.Rechnungen müssen nach geltendem Recht gem. § 14 Abs. 4 i.V.m. § 14a Abs. 5 UStG folgende Angaben enthalten: (Ausnahme Sonderfall Kleinunternehmer)

  • -Vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
  • -Steuernummer oder Umsatzsteueridentifikationsnummer
  • -Ausstellungsdatum der Rechnung
  • -Fortlaufende Rechnungsnummer
  • -Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder die Art und den Umfang der sonstigen Leistung
  • -Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistung
  • -Nach Steuersätzen und -befreiungen aufgeschlüsseltes Entgelt
  • -Im Voraus vereinbarte Minderungen des Entgelts
  • -Entgelt und hierauf entfallender Steuerbetrag sowie Hinweis auf Steuerbefreiung
  • -Ggf. Hinweis auf Steuerschuld des Leistungsempfängers

 

Leider erhalten wir als Inkassounternehmen häufig Inkassoaufträge, in denen bereits die Rechnungen nicht korrekt ausgestellt sind. Typische Fehler sind dabei:

Beachte: Die vorstehenden Angaben sind für Rechnungen mit einem Betrag von über 150 Euro brutto gültig. Darunter gelten Erleichterungen für so genannte Kleinbetragsrechnungen

Die eigene Firmierung ist fehlerhaft
In der Rechnung steht als Gläubiger „Sommerstübchen Müller“, ohne einen Hinweis auf die korrekte Firmenbezeichnung. Richtig wäre wohl: „Sommerstübchen, Inhaber Ina Müller“

Die Firmierung des Leistungsempfängers ist falsch
In einem Inkassofall schickt uns der Kunde die Rechnung mit. Sie lautet an: „Säumig GbR“. Auch die Mahnungen wurden an diese Firmierung geschickt. Tatsächlich existieren 2 Unternehmen. Einmal „Malermeister Klaus Säumig (Einzelfirma)“ und „Klaus Säumig und Hartmut Brett GbR“.

Fehlende oder ungenaue Zahlungskonditionen
am besten ist es, wenn hier ein konkretes Datum für die Zahlung vermerkt ist. Vielleicht sogar mit dem Hinweis, dass nach Fälligkeit auch ohne eine Mahnung der Verzug schon eintritt. Es versteht sich von selbst, dass einzelne Rechnungspositionen nicht mehrfach und in verschiedenen Rechnungen auftauchen dürfen.

 

Unser Tipp:

  1. Lassen Sie am besten Ihren Steuerberater von Zeit zu Zeit die Rechnungen bewusst auf Vollständigkeit und Richtigkeit prüfen.
  2. Halten Sie fest, wie häufig und aus welchen Gründen Rechnungen neu geschrieben werden müssen.
  3. Pflegen Sie Ihre Stammdaten. Prüfen Sie vorab, wer Ihr Auftraggeber wirklich ist. Lassen Sie sich eine Bestellung schicken. Oder prüfen Sie das Unternehmen vorab bei einer Auskunftei.
  4. Vereinbaren Sie immer feste Fälligkeiten! Teilen Sie mit, das der Verzug automatisch eintritt, wenn die Fälligkeit überschritten ist.

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Warum sich der Griff zum Telefon für Sie lohnt!

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading source=“post_title“ use_theme_fonts=“yes“][vc_column_text]Frau Geduld ist 48 Jahre alt und ist seit 7 Jahren in einem Unternehmen in der Finanzabteilung tätig. Jeden Donnerstag um 14 Uhr trifft sich das gesamte Team zu einem Teammeeting. An diesem Donnerstag wird im Meeting vor allem darüber gesprochen, dass es mit der Zeit immer schwieriger geworden, dass die Kunden ihre offenen Rechnungen rechtzeitig begleichen. Somit wird viel Arbeitszeit und Geduld verbraucht bis die Kunden endlich zahlen.

 

Herr Zeit ist Abteilungsleiter der Finanzabteilung und möchte, dass die Mitarbeiter nach einer Lösung für dieses Problem suchen. Frau Geduld und ihre Kollegen machen sich Gedanken und überlegen, wie sie in Zukunft vorgehen können, damit die Kunden rechtzeitig die offenen Forderungen begleichen.

 

Bisher haben Sie es so gemacht, dass eine Mahnung versendet worden ist und auch dann war nicht sicher, dass die Kunden die offenen Beträge überweisen. Ein Anruf der Kunden, die ihre Rechnung nicht bezahlt haben, hat es nicht gegeben. „Warum eigentlich nicht?“- möchte Herr Zeit wissen. „Wieso haben wir es bis jetzt nicht telefonisch gemacht? Es ist doch viel persönlicher!“ Frau Geduld antwortet auf diese Frage: „Für solche Gespräche sind wir doch nicht mal geschult. Die können uns am Telefon sonst was erzählen, aber ein Schreiben wird sie erstmal abschrecken, außerdem haben wir das schon immer so gemacht!“. Sie ist etwas verärgert über diesen Vorschlag, denn eigentlich ist es ihr unangenehm, bei den Kunden anzurufen und zu sagen „Zahlen Sie mal Ihre Rechnung und das sofort!“ Herr Zeit macht ihr und den anderen Mitarbeitern klar, dass es ihm darum geht, dass es persönlicher ist und mit der richtigen Gesprächstechnik, ist es eine Art der Kundenbeziehungspflege. Frau Geduld und ihre Kollegen, sind noch nicht davon überzeugt, wer soll ihnen denn diese Technik auch beibringen? Sowas kann man ja schlecht einfach so mal anwenden, oder wie stellt sich Herr Zeit es vor?

„Wer kennt diese Techniken denn? Wer soll uns das beibringen?“, möchte Frau Geduld wissen. „Ich informiere mich im Internet und mache euch allen beim nächsten Meeting einen Vorschlag.“

 

Eine Woche später:

Herr Zeit hat viel recherchiert, er berichtet: „Ich habe im Internet etwas gefunden, wovon ich überzeugt bin, dass es das richtige für uns ist. Wir wollen demnächst verstärkt unsere Forderungen am Telefon einziehen können. Wir müssen dazu genau wissen, wie wir mit den Schuldnern sprechen sollten, worauf wir beim Gespräch besonders achten müssen und wie wir unseren Kunden gegenübertreten wollen.“ Die Mitarbeiter haben sich während der letzten Woche viele Gedanken gemacht und nun sind alle gespannt auf den Vorschlag von Herrn Zeit. „Ich habe die Firma debkonplus gefunden die sich auf das Thema Forderungsmanagement spezialisiert hat. Sie geben zu verschiedenen Themen in diesem Gebiet Seminare, auch das Thema „Außenstände erfolgreich am Telefon einziehen“ ist eins davon.  Ich habe mit der debkonplus Kontakt aufgenommen und sie für ein Seminar in unserem Hause gebucht. In diesem Seminar geht es z.B. um Die Bausteine einer optimalen Gesprächsstruktur, Konstruktive Gesprächsführung in kniffligen Situationen und Die Strategie in schwierigen Gesprächen. Ich sende euch einige Infos über die debkonplus und das Seminar zu. Ich habe einige Checklisten von denen erhalten, die ich euch zuschicken werde. Ich bitte euch mir diese ausgefüllt zurück zu senden.

 

Alle Mitarbeiter der Finanzabteilung, insgesamt sind es 7, haben eine E-Mail mit einem Fragebogen der debkonplus erhalten. Sie sollen dort z.B. eintragen, was sie im Seminar vermittelt bekommen möchten und welche Themen sie ansprechen wollen.

 

Nach knapp 3 Wochen ist es dann soweit. Alle 7 Mitarbeiter aus der Finanzabteilung befinden sich im Seminarraum, auch der Referent, Ulrich Liebscher, ist schon da und hat seine Vorbereitungen erledigt. Um Punkt 09:30 Uhr startet das Seminar. Sie lernen viel Neues z.B. über Themen wie:

 

  • —    Der optimale Gesprächseinstieg
  • —    Einwände und Ausreden verstehen
  • —    Die Fragetechnik: Wer fragt der führt
  • —    Konstruktive Wortwahl und klare Kommunikation
  • —    Der Umgang mit Widerständen und Hindernissen
  • —    Erste Anzeichen für einen Konflikt erkennen
  • —    uvm.

 

Am Ende des Tages sind alle Teilnehmer begeistert. Frau Geduld und ihre Kollegen haben nicht erwartet, dass man an einem Tag so viel Neues lernen kann. Sie bedanken sich alle herzlich bei dem Referenten und Herr Zeit sagt, dass es keine einmalige Sache bleiben soll.

Er verspricht seinen Mitarbeitern, dass sie, wenn sie möchten, ein Auffrischungsseminar noch mal zu dem Thema machen können.

 

Ein Tag nach dem Seminar herrscht eine ganz andere Stimmung als sonst in der Finanzabteilung. Alle sind fest davon überzeugt, dass Sie nun die notwenigen Techniken und Taktiken kennen um auch über das Telefon erfolgreich ihre Außenstände einziehen zu können.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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BGH zu Inkassoschreiben Zulässiger Stresstest für Verbraucher

BGH zu Inkassoschreiben

Zulässiger Stresstest für Verbraucher

 

Ein Inkassoschreiben kann beim Verbraucher Panik auslösen. Das sieht auch der BGH so, hält solche Schreiben wettbewerbsrechtlich aber trotzdem für zulässig, solnge sich der auf den Verbraucher ausgeübte Druck im gesetzlichen Rahmen bewege.

Zahlungsaufforderungen von Inkassounternehmen lösen in der Regel Unbehagen bei den Empfängern aus. Ist das Schreiben noch mit der Androhung rechtlicher Schritte und Zwangsvollstreckungsmaßnahmen versehen, ist die Sorge meist groß. Dafür hat auch der Bundesgerichtshof (BGH) Verständnis, wie er in einem nun bekannt gewordenen Grundsatzurteil deutlich machte. Automatisch unzulässig, jedenfalls aus wettbewerbsrechtlicher Sicht, ist ein solches Schreiben deshalb aber nicht, entschieden die Karlsruher Richter (Urt v. 22.03.2018, Az. I ZR 25/17).

Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Bayern. Ihrer Meinung nach stellen solche drohenden Inkassoschreiben an Verbraucher eine wettbewerbswidrige, aggressive geschäftliche Handlung dar. Mit der Zahlungsaufforderung werde die Entscheidungsfreiheit des Verbrauchers in unzulässiger Weise beeinträchtigt. Ein solches Vorgehen sei aufgrund des § 4a Abs. 1 S. 1 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) aber verboten.

Der BGH hat sich dieser Ansicht aber nicht angeschlossen. Zwar sahen die Karlsruher Richter, dass ein Inkassounternehmen gegenüber einem Verbraucher eine Machtposition innehat. Auch bestreiten sie nicht, dass der Adressat durch solche Schreiben unter Druck gesetzt wird. Für die Annahme einer wettbewerbswidrigen Handlung reiche das aber nicht aus.

Auf die Drohung kommt es an

Denn sowohl nach alter wie nach neuer Rechtslage ist die unionsrechtliche Richtline 2005/29/EG über  unlautere Geschäftspraktiken zu beachten, so der BGH. Deren Regelungen gehen von einer aggressiven Geschäftspraktik nur aus, wenn der Verbraucher in unzulässiger Weise in seiner Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt wird. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn dem Verbraucher mit rechtlich unzulässigen Maßnahmen gedroht wird. Der BGH betonte, dass das im Umkehrschluss nicht bedeute, dass eine Drohung mit zulässigen Maßnahmen dann automatisch rechtmäßig ist.

Denn selbst wenn mit zulässigen Maßnahmen gedroht werde, sei die Drohung rechtswidrig, wenn dem Verbraucher suggeriert wird, dass eine Rechtsverteidigung aussichtslos wäre und ihm so mögliche Verteidigungsmittel verschleiert werden. Maßgeblich sei die Sicht eines juristisch nicht vorgebildeten Durchschnittsverbrauchers.

Die Karlsruher Richter befanden aber auch, dass die Drohung mit rechtlichen Schritten und Zwangsvollstreckungsmaßnahmen im Rahmen einer Zahlungsaufforderung grundsätzlich zulässige Druckmittel darstellen. Sofern das Schreiben dem Verbraucher nicht suggeriere, dem Zahlungsbegehren schutzlos ausgeliefert zu sein, stelle es dabei keine aggressive Geschäftshandlung im Sinne des UWG dar.

„Die Entscheidung hat für die Inkassobranche, aber auch für alle anderen Unternehmen grundsätzliche Bedeutung“, kommentiert Rechtsanwalt Peter Breun-Goerke, bei der Wettbewerbszentrale zuständig für den Bereich Finanzmarkt, die Entscheidung des BGH. „Inkassodienstleistern und Unternehmen kann über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb nicht pauschal untersagt werden, berechtigte Forderungen geltend zu machen, nachdem sie eine Dienstleistung erbracht oder eine Ware geliefert haben“, so Breun-Goerke weiter. „Verbraucher müssen sich Zahlungsaufforderungen – auch von Inkassounternehmen – gefallen lassen, solange nicht andere unlautere Umstände hinzukommen.

 

Viel Erfolg wünscht Ihnen,
Ihr debkonplus-Team

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BGH Entscheidung zum Eintritt der Zahlungsunfähigkeit einer GmbH

 

BGH Entscheidung zum Eintritt der Zahlungsunfähigkeit einer GmbH

 

Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn der Schuldner nicht in der Lage ist, seine fälligen Verbindlichkeiten zu erfüllen. So viel steht fest. Hinreichend bekannt ist auch, dass lediglich eine Zahlungsstockung vorliegt, sofern wenigsten 90% der fälligen Verbindlichkeiten bedient werden können. Unklar war jedoch bisher, ob zur Feststellung der Zahlungsunfähigkeit lediglich die innerhalb von drei Wochen flüssig zu machen Mittel auf der Aktivseite (Aktiva II) oder auch die innerhalb von drei Wochen fällig werdenden und eingeforderten Verbindlichkeiten auf der Passivseite (Passiva II) einzustellen sind.

 

Eine Entscheidung des BGH liefert nun Klarheit in dieser Sache:  auch die Passiva II sind bei der drei-Wochen-Vorschau einzubeziehen.

 

Das bedeutet im Klartext: nicht nur die am Stichtag bestehende finanzielle Lücke muss durch die in den folgenden drei Wochen flüssig zu machenden Mittel geschlossen werden, sondern die Lücke muss auch unter der Berücksichtigung der neu fällig werdenden Verbindlichkeiten geschlossen werden können.

 

Mit dieser Entscheidung klärt der BGH nun endlich eine lange umstrittene, stets offen gebliebene Frage und liefert Geschäftsführern und Beratern eine klare Vorgabe. Denn immerhin ist der Zeitpunkt des Eintritts der Zahlungsunfähigkeit auch für die Strafbarkeit wegen Insolvenzverschleppung relevant.

 

Viel Erfolg wünscht Ihnen,
Ihr debkonplus-Team

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Wenn der Gerichtsvollzieher es eilig hat

Wenn der Gerichtsvollzieher es eilig hat

Horst Fröhlich handelt schon seit Jahren mit Elektronikartikeln und Musikinstrumenten und verleiht Musikanlagen für verschiedene Events. Obwohl eine große Zahl der Kunden schon seit Jahren mit Herrn Fröhlich zusammenarbeiten, ist doch immer wieder der eine oder andere Kunde dabei, der die Rechnungen nicht bezahlt.

Auch wenn ihn die Forderungsausfälle nicht selbst in Zahlungsschwierigkeiten bringen, geht es ihm bei der Verfolgung der Forderungen auch um das Prinzip der Gerechtigkeit.  „Schließlich habe ich meine Arbeit getan und erwarte dann auch meinen Lohn“, meint Herr Fröhlich und wirkt einen Moment sehr ernst auf mich.

Gerade hat er wieder einmal einen Spezialfall, der ihm viel Arbeit bereitet. Seine Forderung beläuft sich auf knapp 350,00€ und ist bereits tituliert. Aber leider war der Schuldner bisher unbekannt verzogen, sodass Herr Fröhlich auch keine Zwangsmaßnahmen einleiten konnte.

Herr Fröhlich erklärt mir in unserem Gespräch, dass Inkasso für ihn auch sehr viel mit Recherche, Geduld und Kreativität zu tun hat. In diesem Fall wusste Herr Fröhlich, dass der Schuldner am Wochenende  als Sänger unterwegs ist. Die Frage war nur, wann würde er wieder auftreten? Und wo? Und wie würde Herr Fröhlich das erfahren?

 

Inkasso mit Hilfe von Google Alerts

Der Versuch macht klug. Er gab den Namen des Schuldners und den Künstlernamen in  Google Alerts ein, denn Google Alerts liefert regelmäßig alle aktuellen Informationen, sobald die Suchbegriffe enthalten sind.

Bereits wenige Wochen später erfuhr Herr Fröhlich von einem neuen, kurzfristigen Auftritt. Er machte den Veranstalter ausfindig und setzte sich mit der Gerichtsverteilerstelle in Verbindung. Ziel war es, einen Gerichtsvollzieher kurzfristig mit der Zwangsvollstreckung auf dieser Veranstaltung zu beauftragen.

 

Der Eilgerichtsvollzieher

Für diese Aufgabe wurde von der Justiz die Funktion des Eilgerichtsvollziehers geschaffen. Besteht also eine hohe Eilbedürftigkeit, kann der Antragssteller den Eilgerichtsvollzieher beantragen. Über die Eilbedürftigkeit entscheidet letztlich der Direktor des zuständigen Amtsgerichts. Aber selbst wenn dieser Antrag abgelehnt wird: Vielleicht können Sie mit dem zuständigen Gerichtsvollzieher vor Ort sprechen und er oder sie hat an diesem Abend noch nichts vor…

 

Mein Inkasso-Tipp

Wird Ihrem Antrag stattgegeben, telefonieren Sie am besten einmal mit Ihrem Gerichtsvollzieher. Vielleicht können Sie ihn zum Termin begleiten? Versuchen Sie in Erfahrung zu bringen, wer genau die Auftraggeber sind. Ist der Schuldner verpflichtet, Ihnen oder dem Gerichtsvollzieher die neue Adresse mitzuteilen? Das Fragen Sie am besten den Profi direkt. Allerdings ist der Schutz des Schuldners sehr hoch. So muss der Schuldner dem Gerichtsvollzieher seinen derzeitigen Arbeitgeber nicht verraten. Das macht die Sache nicht leichter.

 

Herr Fröhlich bleibt wohl am Ball. Einen Teil seines Geldes hat er bereits realisiert. „Ich habe Zeit, schließlich kann ich fast 30 Jahre immer wieder vollstrecken lassen.“

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ulrich Liebscher

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Die Eidesstattliche Versicherung

 

Die Eidesstattliche Versicherung

Jedes Jahr bekunden zigtausend Schuldner, dass sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Allein im Jahr 2016 wurden laut SCHUFA Kredit-Kompass 2017  immerhin 77.238 Verbraucherinsolvenzen gezählt. Obwohl die Gesamtzahl aufgrund der guten Arbeitsmarktsituation rückläufig ist, liegt die Zahl der Schuldner, die zum Offenbarungseid aufgefordert werden, deutlich höher.
Dabei geben sich Rechtsanwälte und Inkassounternehmen in Ihren Drohschreiben alle Mühe. Denn hier ist häufig die Rede von einem Haftbefehl und weiteren Konsequenzen, die auf Einschüchterung des Schuldners abzielen und zur Zahlung veranlassen sollen.

Muss ein Schuldner ins Gefängnis?

Aber muss der Schuldner jetzt ins Gefängnis, wenn die Schulden nicht beglichen werden? Oder wird die Polizei  nach ihm fahnden? Kurzum: Was ist die Eidesstattliche Versicherung – EV genannt – und was muss ich aus der Sicht des Gläubigers und aus der Sicht des Schuldners wissen?
In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit diesem Begriff nur aus der Perspektive der Zwangsvollstreckungsmaßnahmen. Neben diesem existieren nämlich weitere verschiedene  Themengebiete, in denen eine Eidesstattliche Erklärung abgegeben werden kann.

Was ist die eidesstattliche Versicherung?

Zunächst ist dieser Begriff so zu verstehen, dass der Schuldner eine Versicherung an Eides statt erklärt. Damit beteuert er den Wahrheitsgehalt seiner Angaben und Erklärungen.

Eidesstattliche Versicherung, Offenbarungseid oder Vermögensauskunft

Der älteste Begriff ist der sogenannte Offenbarungseid. Und obwohl diese Bezeichnung durch die Eidesstattliche Versicherung ersetzt wurde, wird dieser Ausdruck noch heute regelmäßig genutzt.
In der Zwangsvollstreckung dient die Eidesstattliche Versicherung dem Gläubiger dazu, Auskunft über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse seines Schuldners zu erhalten, insbesondere (nicht zwingend) nachdem Vollstreckungsversuche erfolglos geblieben sind.
Die Eidesstattliche Versicherung ist mittlerweile in die Vermögensauskunft übergegangen. Praktisch leistet der Schuldner heute also keinen Offenbarungseid mehr, sondern er gibt die Vermögensauskunft ab. Allerdings ist die heutige Vermögensauskunft umfassender. So kann der Gerichtsvollzieher Auskünfte von bestimmten Behörden einholen, wenn der Schuldner die Auskunft verweigert. Auch für den Antrag zur Vermögensauskunft ist ein vorheriger, erfolgloser Vollstreckungsversuch nicht mehr erforderlich.
Die Eidesstattliche Versicherung wurde allerdings nicht komplett von der Vermögensauskunft abgelöst. Vielmehr kann ein Schuldner „an Eides statt“ erklären, dass er zum Beispiel nicht der Inhaber eines Gegenstands ist. Auch muss der Schuldner an Eides statt die Richtigkeit und Vollständigkeit der Vermögensauskunft erklären.
Die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung ist ein Straftatbestand und wird je nach Schwere des Falls mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet. Dabei ist genau diese Tatsache vielen Schuldnern nicht bewusst, denn nicht wenige Angaben zur Vermögensauskunft sind schlichtweg unvollständig oder falsch.
Zur Abgabe der Vermögensauskunft lädt der Gerichtsvollzieher den Schuldner zum Termin. Erscheint dieser nicht (verweigert, versäumt), so kann das Gericht einen Haftbefehl gegen den Schuldner erlassen. Dieser Haftbefehl ist nicht mit einem strafrechtlichen Haftbefehl zu vergleichen. Der Schuldner wird also nicht zur Fahndung freigegeben. Und trotzdem könnte der Schuldner bis zu sechs Monate in Haft genommen werden, wenn er die Erklärung nicht freiwillig abgibt.
Die Vermögensauskunft wird auch in die persönliche Schufa-Auskunft eingetragen. Auch hierüber muss der Schuldner sich im Klaren sein, denn dieses Negativmerkmal kann auch Konsequenzen für sein tägliches Leben haben. Viele Gläubiger sind heute bereits der Schufa Holding AG angeschlossen und informieren sich vor einem Geschäftsabschluss über ihren  neuen Kunden.

Ist eine Pfändung beim Schuldner möglich, obwohl die Vermögenslosigkeit erklärt wurde?

Selbstverständlich kann der Gläubiger auch hier eine Pfändung beantragen. Schließlich ist die an „Eides statt“ erklärte Vermögensauskunft kein Schutzschirm, sondern nur eine Aufstellung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse.

 

Mein Tipp
Weder für Gläubiger, noch für den Schuldner kann die Abgabe einer Vermögensauskunft ein erstrebenswertes Ziel sein. Das versteht sich von selbst. Der Gläubiger sollte mit seiner bereits titulierten Forderung  – und der Sicherheit auf 30 Jahre Verjährung – jetzt ein Angebot auf Ratenzahlung unterbreiten. Aber auch der Schuldner sollte tunlichst darauf achten, die Angaben sehr gewissenhaft zu machen. Unrichtige Angaben können schnell an die Oberfläche gelangen und strafbare Konsequenzen mit sich führen.

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Insolvenzgefahren frühzeitig erkennen – Mängel im Rechnungswesen

 

Insolvenzgefahren frühzeitig erkennen – Mängel im Rechnungswesen

 
Die Ursachen von Unternehmenszusammenbrüchen sind sehr komplex und sicher ist auch, dass sich nicht genau der eine Grund für ein Insolvenzverfahren ermitteln lässt. Und selbst wenn wir treffende Ursachen feststellen, bedeutet das nicht, dass diese Schwachstellen das Unternehmen in den Abgrund stürzen.
Andererseits ist doch gerade die Analyse der Insolvenzursachen für ein gut funktionierendes Kreditmanagement in den Unternehmen sehr wichtig. Vielleicht ist es aber auch für den Unternehmer gut, die Alarmsignale wahrzunehmen und gegebenenfalls auch passende Maßnahmen einzuleiten.

In unserem ersten Artikel beschäftigten wir uns mit dem Thema Eigenkapital. Wenn wir das Eigenkapital als Basis für die Kreditfähigkeit eines Unternehmens betrachten, dann sollte jedes Unternehmen über eine gesunde Eigenkapitalausstattung verfügen. Allerdings sind viele Kleinst- und Kleinunternehmen aus Krisenbranchen sehr schlecht ausgestattet. Kommt es zu Auftragseinbußen, oder zahlt der eigene Kunde nicht mehr, könnte das schon den Ruin bedeuten.

Mängel im Rechnungswesen ist eine häufige Insolvenzursache

Ein weiterer, oft vernachlässigter – innerbetrieblicher – Grund ist die schlechte Organisation des eigenen Mahn- bzw. Rechnungswesens. Oft gewinnt man den Eindruck, dass die Unternehmer ihre eigenen Zahlen nicht vor Augen haben. Das gilt insbesondere für die Kostenentwicklung, aber auch die Forderungsbestände.
Das Rechnungswesen sollte in jedem Fall zeitnah geschehen und hat für den Unternehmer auch eine herausragende Informationsaufgabe. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass die Auslagerung an den Steuerberater nicht zu einem Informationsdefizit führt. Denn ohne die entsprechenden Informationen können die passenden Maßnahmen nicht getroffen werden. Im Zweifel ist dafür zu sorgen, dass man selbst einen ständigen Zugriff auf die Daten erhält.
Informationen fehlen, weil die Unterlagen beim Steuerberater liegen
Aussagen wie: „Dazu kann ich nichts sagen, die Unterlagen hat der Steuerberater…“ sind wenig zielführend und binden damit auch die Energie für die Erledigung wichtiger Aufgaben im Rechnungswesen. Aus unserer Sicht gehören folgende Informationen täglich auf den Tisch der verantwortlichen Person:

  • Liquiditätsübersicht: Das kann in einem sehr gut übersichtlichen Format auch tagesaktuell geführt werden. Hier finden wir die Gegenüberstellung der Verbindlichkeiten und der Forderungen, sowie alle Ein- und Ausgaben, die zu einer Liquiditätszunahme oder -abnahme führen.
  • Kunden- und Umsatzstruktur: Wer sind meine Kunden? Was verdiene ich an diesen Kunden? Wie ist die Kreditfähigkeit meiner Top-Kunden? Welche Risiken stecken in meiner Kundenstruktur? Wie kann ich mich schützen? Wie gehe ich am besten mit Spätzahlern um? Wie kann ich meine Kunden zur schnelleren Zahlung animieren?
  • Kalkulation: Auf welcher Basis wurden die Preise ermittelt? Passen die Parameter heute noch? Welche technischen Hilfsmittel kann ich einsetzen, um marktfähige Preise ohne großen Aufwand zu kalkulieren. Wie steht es um meine Kosten? Welche Kostenarten habe ich im Unternehmen? Welches Kostenziel verfolge ich konkret?

Diese Aufstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Allerdings können wenige Kennzahlen und Übersichten manchmal hilfreicher sind als ein riesiger Zahlensalat. Am besten ist es, wenn Sie jeden Tag auf einem DIN4 die aktuellsten Zahlen als Steuerungskennzahlen auf dem Tisch liegen haben.

Unser Tipp: Überlegen Sie zunächst, welche Daten Sie täglich benötigen, um das Rechnungswesen zu steuern. Dazu ist natürlich erforderlich, dass Sie die Informationen möglichst tagesaktuell verarbeiten, beziehungsweise vorliegen haben. Einige Kundenprobleme können schon im Vorfeld erkannt werden. Was meinen Sie?

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So wählen Sie das passende Inkassounternehmen

 

So wählen Sie das passende Inkassounternehmen

In diesem Beitrag wollen wir Ihnen einige Punkte vorstellen, die Sie bei der Auswahl Ihres Inkassopartners beachten sollten. Im Idealfall erstellen Sie daraufhin mit Ihrem Team Ihre eigene Anforderungsliste, um am Ende die richtige Entscheidung beim Inkassobüro beauftragen treffen zu können.

Anhand dieser Kriterien finden Sie sicherlich Ihren Partner. Letztlich ist vor allem das Vertrauensverhältnis ein Kriterium für die Entscheidung, welches auch viele potentielle Kunden als sehr wichtig empfinden.

Hier einige weitere Aspekte aus unseren Workshops:

  • Welche Referenzen kann das Inkassounternehmen vorlegen bzw. angeben?
  • Erfolgt im Verhältnis Inkassounternehmen/ Gläubiger eine Rückbelastung  z.B. mit Inkassokosten, wenn diese beispielsweise vom Gericht unter dem Gesichtspunkt des Verzugsschadens nicht anerkannt werden? Und in welchem Umfang?
  • Wie ist eine Kündigung des Vertragsverhältnisses mit dem Inkassounternehmen in dessen AGB geregelt? Vorzuziehen sind Inkassounternehmen, die die Kündigung nicht besonders regeln, sondern sie den gesetzlichen Vorschriften überlassen
  • Welche Inkassovergütung und welche Erfolgsprovision fordert das Inkassounternehmen? Wie hoch ist die im Misserfolgsfall auf jeden Fall zu zahlende Negativpauschale? Wegen Fehlens einer Gebührenordnung und der bestehenden Wettbewerbssituation bestehen erhebliche Kostenunterschiede bei den Inkassounternehmen
  • Testen Sie das Inkassounternehmen, indem Sie ihm einige Forderungen zur Einziehung übergeben und dann die Bemühungen, den Erfolg und die korrekte Abrechnung beobachten

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Auswahl Ihres zukünftigen Inkassopartners!

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Fünf Schnelle Tipps zur Verbesserung Ihres Mahnwesens

 

Fünf Schnelle Tipps zur Verbesserung Ihres Mahnwesens

Ihre Schuldner zahlen trotz Mahnungen Ihre Rechnungen nicht oder erst deutlich verspätet? Sie fragen sich, was Sie tun können, um die Zahlungsbereitschaft Ihrer Schuldner zu verbessern? Bringen Sie mit diesen kurzen Tipps Ihr Mahnwesen noch heute den entscheidenden Schritt voran!

 

Inhalt der Mahnungen

Legen Sie vor der Formulierung Ihrer Mahnungen fest, welche Kernbotschaften Sie übermitteln möchten. Was soll der Schuldner tun? Welche Konsequenzen drohen bei Nichtzahlung? Wie können diese vermieden werden?

 

Liefersperre gegen den Schuldner verhängen

Häufig setzen Lieferanten Ihre säumigen Kunden erst mit der dritten Mahnung auf Lieferstopp. Leider ist dies aus der Perspektive der Forderungsabsicherung bereits etwas spät. Eine Alternative könnte sein schon nach der ersten Mahnung eine Liefersperre zu verhängen, sofern die Bonitätsinformationen dem Kunden zugeordnet werden können.

 

Mahnaufkleber

Nicht selten wird in der letzten Mahnung auch auf die Weitergabe an ein Inkassounternehmen verwiesen. Ein Hinweis auf die zusätzlichen Kosten und den Imageschaden sollte hier ebenfalls untergebracht werden. Mahnaufkleber wirken an dieser Stelle Wunder. Sie fungieren als sprichwörtlicher Wink mit dem Zaunpfahl und können zum Beispiel bei debkonplus Inkasso und anderen Unternehmen käuflich erworben werden.

 

Telefoninkasso

Eine Alternative zur letzten Mahnung per Post ist das Telefoninkasso. Es hat den Vorteil, dass die Situation telefonisch erheblich besser eingeschätzt werden kann. Nicht selten kommt er hier auch zur sofortigen Zahlung oder es kann zumindest ein auf den Schuldner zugeschnittener Ratenplan erstellt werden.

 

Konsequenzen

Setzen Sie die angekündigten Konsequenzen unbedingt in die Tat um! Nichts schadet der Zahlungsbereitschaft Ihrer Schuldner mehr als das Gefühl, dass Sie eh nur bellen und nicht beißen. Überlegen Sie darüber hinaus, was Sie unternehmen wollen, wenn Ihr Schuldner sich erst kurz vor knapp meldet. Wollen Sie zum Beispiel Ratenzahlung gewähren? Oder bestehen Sie auf Grund der langen Wartezeit auf eine sofortige Zahlung?

 
Mit diesen schnellen Tipps können Sie Ihr Mahnwesen genauer unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls Verbesserungen vornehmen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei!