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Arbeitgeberinsolvenz: Mein persönliches Ende?

 

Arbeitgeberinsolvenz: Mein persönliches Ende?

 

Das Thema beschäftigt uns seit Wochen: Air Berlin, Niki Air, Schlecker und so weiter.

Doch was muss man befürchten, wenn der Arbeitgeber in die Insolvenz geht?

 

Woran erkenne ich eine drohende Insolvenz?

Zunächst einmal ist es so, dass sich eine Insolvenz schon längere Zeit vorher ankündigt, zum Beispiel indem die Löhne nicht oder nicht mehr pünktlich gezahlt werden. Ein wichtiges Indiz hierfür sind die Buschtrommeln auf dem Büroflur. Wenn diese Situation eintritt haben Sie Handlungsbedarf. Fordern Sie Ihren Arbeitgeber zur Zahlung auf, verzichten Sie aber nicht auf ihre Ansprüche wie zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Diese können Sie auch im Falle der Insolvenz weiter verfolgen.

 

Was muss ich tun, wenn es soweit ist?

Kommt es zur Insolvenz, so stellen Sie sofort einen Antrag auf Insolvenzgeld bei der Agentur für Arbeit. Hierzu benötigen Sie eine Insolvenzbescheinigung sowie die letzten drei Monatsabrechnungen Ihres Gehaltes. Für den Antrag selbst haben sie zwei Monate Zeit, es ist jedoch eine weitere Zweimonatsfrist als Verlängerung möglich. Die Agentur für Arbeit zahlt dann Ihren Nettolohn für den Zeitraum der letzten drei Monate vor Insolvenzeröffnung, wobei auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Beiträge zur Direktversicherung mit berücksichtigt werden. Sollten Sie bis dahin bereits in finanziellen Schwierigkeiten sein, können Sie auch einen Vorschuss auf ihr Gehalt beantragen, wenn sie nachweisen können, dass sich Ihr Arbeitgeber im Zahlungsverzug befindet.

 

Kann ich meinen Job behalten?

Dieser Ablauf, das heißt die Eröffnung des Insolvenzverfahrens, stellt für sich allein betrachtet keinen Grund für eine Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses dar. Häufig wird jedoch betriebsbedingt gekündigt, wobei die gesetzlichen Kündigungsfristen einzuhalten sind. Hier sollten Sie in jedem Fall mit anwaltlichem Beistand Kündigungsschutzklage einreichen, um sich Ihren Anspruch auf Weiterbeschäftigung zu sichern, falls das Unternehmen weitergeführt wird.

 

Fazit

Insgesamt zeigt sich, dass auch im schlechtesten Fall das soziale Netz erfolgreich greift und größere persönliche Katastrophen vermieden werden. Sie werden die Entwicklung in Ihrer Firma sorgfältig beobachten müssen und Details erfahren, die sie nicht in der Presse wiederfinden. Sollte sich keine zeitnahe Lösung in Sicht zeigen, zum Beispiel die Übernahme der Firma durch ein anderes Unternehmen, so empfiehlt es sich aus Sicherheitsgründen eine neue Stelle zu suchen. Bis Sie diese gefunden haben sind Sie durch das bestehende Sicherungsnetz abgesichert. Um insoweit keine Versäumnisse zu riskieren, nehmen Sie spätestens zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung Verbindung mit der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit auf. Die Aufgabe des Sachbearbeiters besteht darin, Sie sicher durch diese Probleme zu begleiten.

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