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Insolvenzgefahren frühzeitig erkennen – Mängel im Rechnungswesen

 

Insolvenzgefahren frühzeitig erkennen – Mängel im Rechnungswesen

 
Die Ursachen von Unternehmenszusammenbrüchen sind sehr komplex und sicher ist auch, dass sich nicht genau der eine Grund für ein Insolvenzverfahren ermitteln lässt. Und selbst wenn wir treffende Ursachen feststellen, bedeutet das nicht, dass diese Schwachstellen das Unternehmen in den Abgrund stürzen.
Andererseits ist doch gerade die Analyse der Insolvenzursachen für ein gut funktionierendes Kreditmanagement in den Unternehmen sehr wichtig. Vielleicht ist es aber auch für den Unternehmer gut, die Alarmsignale wahrzunehmen und gegebenenfalls auch passende Maßnahmen einzuleiten.

In unserem ersten Artikel beschäftigten wir uns mit dem Thema Eigenkapital. Wenn wir das Eigenkapital als Basis für die Kreditfähigkeit eines Unternehmens betrachten, dann sollte jedes Unternehmen über eine gesunde Eigenkapitalausstattung verfügen. Allerdings sind viele Kleinst- und Kleinunternehmen aus Krisenbranchen sehr schlecht ausgestattet. Kommt es zu Auftragseinbußen, oder zahlt der eigene Kunde nicht mehr, könnte das schon den Ruin bedeuten.

Mängel im Rechnungswesen ist eine häufige Insolvenzursache

Ein weiterer, oft vernachlässigter – innerbetrieblicher – Grund ist die schlechte Organisation des eigenen Mahn- bzw. Rechnungswesens. Oft gewinnt man den Eindruck, dass die Unternehmer ihre eigenen Zahlen nicht vor Augen haben. Das gilt insbesondere für die Kostenentwicklung, aber auch die Forderungsbestände.
Das Rechnungswesen sollte in jedem Fall zeitnah geschehen und hat für den Unternehmer auch eine herausragende Informationsaufgabe. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass die Auslagerung an den Steuerberater nicht zu einem Informationsdefizit führt. Denn ohne die entsprechenden Informationen können die passenden Maßnahmen nicht getroffen werden. Im Zweifel ist dafür zu sorgen, dass man selbst einen ständigen Zugriff auf die Daten erhält.
Informationen fehlen, weil die Unterlagen beim Steuerberater liegen
Aussagen wie: „Dazu kann ich nichts sagen, die Unterlagen hat der Steuerberater…“ sind wenig zielführend und binden damit auch die Energie für die Erledigung wichtiger Aufgaben im Rechnungswesen. Aus unserer Sicht gehören folgende Informationen täglich auf den Tisch der verantwortlichen Person:

  • Liquiditätsübersicht: Das kann in einem sehr gut übersichtlichen Format auch tagesaktuell geführt werden. Hier finden wir die Gegenüberstellung der Verbindlichkeiten und der Forderungen, sowie alle Ein- und Ausgaben, die zu einer Liquiditätszunahme oder -abnahme führen.
  • Kunden- und Umsatzstruktur: Wer sind meine Kunden? Was verdiene ich an diesen Kunden? Wie ist die Kreditfähigkeit meiner Top-Kunden? Welche Risiken stecken in meiner Kundenstruktur? Wie kann ich mich schützen? Wie gehe ich am besten mit Spätzahlern um? Wie kann ich meine Kunden zur schnelleren Zahlung animieren?
  • Kalkulation: Auf welcher Basis wurden die Preise ermittelt? Passen die Parameter heute noch? Welche technischen Hilfsmittel kann ich einsetzen, um marktfähige Preise ohne großen Aufwand zu kalkulieren. Wie steht es um meine Kosten? Welche Kostenarten habe ich im Unternehmen? Welches Kostenziel verfolge ich konkret?

Diese Aufstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Allerdings können wenige Kennzahlen und Übersichten manchmal hilfreicher sind als ein riesiger Zahlensalat. Am besten ist es, wenn Sie jeden Tag auf einem DIN4 die aktuellsten Zahlen als Steuerungskennzahlen auf dem Tisch liegen haben.

Unser Tipp: Überlegen Sie zunächst, welche Daten Sie täglich benötigen, um das Rechnungswesen zu steuern. Dazu ist natürlich erforderlich, dass Sie die Informationen möglichst tagesaktuell verarbeiten, beziehungsweise vorliegen haben. Einige Kundenprobleme können schon im Vorfeld erkannt werden. Was meinen Sie?