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Ist Boris Becker Pleite – Ja oder Nein?

 

Ist Boris Becker Pleite – Ja oder Nein?

Es gleicht einem Bühnenstück, wenn ein Gericht in London Boris Becker als bankrott erklärt und er der „Süddeutschen Zeitung“ dennoch mitteilt: „Ich bin weder pleite noch zahlungsunfähig“. Vielmehr würde er allen Zahlungen weiterhin nachkommen.

Hauptgrund der Auseinandersetzung ist laut Becker ein Vertragsdetail in seinem Vertrag mit einer Londoner Privatbank, die ihm ein Darlehen gewährt hat.  „Es geht, wie wir meinen, um viel zu hohe Zinsen, die ich für mein Darlehen bezahlen muss“, sagte Becker. „Wir bestreiten die Höhe der Zinsen und halten diese sogar für rechtswidrig“. Die Londoner Bank besteht jedoch auf den Ausgleich der vereinbarten Zinsen, so heißt es.

Die britische Nachrichtenagentur PA meldete vergangene Woche, das Gericht habe Boris Becker als zahlungsunfähig erklärt. Auch ein Antrag einen Aufschub von 28 Tagen für den
früheren Tennis-Star wurde von der Richterin abgelehnt, welche angeblich angemerkt haben soll, dass es sich „nicht lohnt, den Kopf in den Sand zu stecken“, wenn die finanziellen Sorgen groß sind. Wie gut oder schlecht die finanziellen Verhältnisse von Boris Becker tatsächlich sind, weiß wohl nur Herr Becker persönlich. In der Vergangenheit wurde hierüber schon viel spekuliert. So oder so: es bleibt Herrn Becker zu wünschen,  dass an dieser im Raum stehenden Pleite nichts dran ist.

Im normalen, nicht prominenten Leben verhalten sich Schuldner leider häufiger so, wie es die britische Richterin angedeutet hat. Viele Menschen stecken tatsächlich den Kopf in den Sand, sie geben sich ahnungslos, verweigern Gespräche und packen die Probleme ihrer Zahlungsschwierigkeiten nicht oder nur zu spät an.

Und die Gläubiger? Die möchten natürlich ihr Geld zurück erhalten, ahnen nichts Böses und werden über schriftliche oder persönliche Zahlungsaufforderungen versuchen, mit dem Schuldner ins Gespräch zu kommen. Falls das nicht reicht, bleibt Ihnen leider nur die härtere Gangart. Der Lieferant als Gläubiger beauftragt einen Rechtsanwalt oder ein Inkassounternehmen. Vielleicht beantragt er aber auch direkt den Mahnbescheid, wenn er die Fäden lieber selber in der Hand behalten möchte.

Alle Optionen haben ihre Vorteile. Wichtig ist, dass sich der Gläubiger darüber im Klaren ist, wie die finanziellen Verhältnisse seines Kunden wirklich sind – damit solche Spekulationen wie im Fall Boris Becker nicht zu falschen Schlüssen führen.

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