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Wenn der Kunde nicht bezahlt

Wenn der Kunde nicht bezahlt

Brina Gut ist Mitarbeiterin in der Finanzabteilung der Firma Musterlaus. Frau Gut ist in der Abteilung für die Zahlungseingänge zuständig, sie bearbeitet die offenen Posten der Kunden und überprüft, ob diese rechtzeitig eingegangen sind. Immer wieder hat Frau Gut Kunden bei denen Sie „Nachhaken“ muss. Die Kunden die öfter mal ihre Rechnung nicht rechtzeitig beglichen haben, werden von Frau angerufen. Sie erinnert die Kunden an ihre Zahlung. Mit Ihrer Methode ist Frau Gut erfolgreich.

Nun ist ein neuer Mitarbeiter an Ihrer Seite, Herr Willich, er hat vor einigen Wochen angefangen in der Finanzabteilung zu arbeiten und Frau Gut begleitet ihn in seiner Anfangsphase. Sie zeigt ihm worauf er achten muss und wie die Vorgänge funktionieren. Sie gibt ihm einen Tipp: „Achte in der Liste immer auf die Zahlungen die anstehen und rufe die Kunden an um sie an die Zahlung zu erinnern, wenn diese nicht eingegangen ist“, sagte sie. Herr Willich kann diesen Vorgang nicht genau verstehen, schließlich steht doch auf der Rechnung, dass sie bis Tag X die Rechnung begleichen sollen, also warum anrufen? Einige Wochen später arbeitet Herr Willich an einem Fall wo der Kunde, Herr Rasen, seine offene Rechnung nicht beglichen hat. Herr Willich ruft an:

 

Herr Willich: „Guten Tag, mein Name ist Willich, von der Firma Musterlaus. Ich rufe an, weil Sie Ihre Rechnung nicht bezahlt haben.“

 

Herr Rasen: „Welche Rechnung und wer sind Sie noch mal?“

 

Herr Willich: „Mein Name ist Willich von der Firma Musterlaus, sie haben ihre Rechnung nicht bezahlt die ist schon überfällig, wann kann ich also mit der Zahlung rechnen?“

 

Herr Rasen: „Ach Musterlaus, jetzt macht es klick, ja hab ich wohl vergessen, geben Sie mir ein paar Tage, ich suche die Rechnung raus und überweise Ihnen das Geld.

 

Herr Willich: „Ok so verbleiben wir, einen schönen Tag noch.“

 

Herr Rasen: „Ja klar, schönen Tag“

 

Eine Woche später überprüft Herr Willich erneut die Zahlung von Herrn Rasen und siehe da, kein Zahlungseingang. Herr Willich ruft noch mal an:

 

Herr Willich: „Willich von der Firma Musterlaus, was ist mit Zahlung die Sie begleichen wollten?“

 

Herr Rasen: „Ähm Hallo? Welche Zahlung wer sind Sie?“

 

Herr Willich: „ Firma Musterlaus, wir haben doch letzte Woche gesprochen, Sie wollten Ihre Rechnung begleichen, ein paar Tage sagten sie, es ist immer noch nichts da, so geht das nicht!“

 

Herr Rasen: „ Ja ach die, mein Gott ich hab viel um die Ohren, warum hetzen Sie einen auch so. Ich überweise es Ihnen ja noch. Hab jetzt eine Menge zu tun, sie bekommen ihr Geld, nur Geduld.“ – Kunde legt auf.

 

In den nächsten Tagen wird Herr Willich von dem Kunden immer wieder vertröstet, seine Geduld ist langsam am Ende. Herr Willich ist mittlerweile sehr wütend und weiß nicht mehr weiter, er kann es sich nicht erklären, da kommt Frau Gut auf ihn zu und versucht ihn zu beruhigen. Sie will wissen, was alles in diesem Fall vorgegangen ist und sagt, dass sie den Kunden am nächsten Tag anrufen wird.

Am nächsten Tag, nachdem Frau Gut alle Informationen von Herrn Willich bekommen hat, ruft Sie den Kunden an.

 

Frau Gut: „Guten Tag mein Name ist Brina Gut ich bin Mitarbeiterin der Firma Musterlaus, Herrn Rasen hätte ich gern gesprochen.“

 

Herr Rasen: „ Hallo, am Apparat.“

 

Frau Gut: „ Ah Hallo Herr Rasen, sie wissen ganz sicher warum ich anrufe, es geht um Ihre überfällige Zahlung.“

 

Herr Rasen: „Ich habe Ihrem Kollegen schon gesagt, ich mach das die Tage. Ich habe derzeit viel Stress.“

 

Frau Gut: „Ich kann Sie verstehen Herr Rasen, versuchen Sie doch bitte auch uns zu verstehen, die Zahlung ist jetzt schon seit 50 Tagen überfällig. Vergleichbar überfällige Forderungen werden bereits an das Inkassounternehmen abgegeben. Um dies zu vermeiden versuchen wir mit Ihnen eine andere Lösung zu finden, die beide Seiten zufriedenstellt.

 

Herr Rasen: „Das ist ja auch sehr nett von Ihnen, es war mir auch ehrlich gesagt nicht bewusst, dass es so lange überfällig ist, ich habe etwas den Überblick verloren, mein Mitarbeiter hat gekündigt, ich bin hier alleine und muss alles irgendwie regeln.

 

Frau Gut: „Oh das ist ganz sicher nicht einfach, ich kann Sie gut verstehen. Wenn wir also diese Zahlung schnell beglichen bekommen, haben Sie eine Sache schon vom Tisch. Das wäre doch für beide Seiten gut. Ich brauche also ein Zahlungsversprechen von Ihnen. Wir vereinbaren zusammen einen Tag und bis dahin begleichen Sie die Rechnung, was meinen Sie?“

 

Herr Raser: „Gut, ich verspreche es Ihnen, sagen wir bis Freitag? Können Sie mir noch die 3 Tage Zeit geben, am Freitag ist das Geld bei Ihnen drauf, ich verspreche es Ihnen“.

 

Frau Gut: „Gut, am Freitag ist das Geld auf unserem Konto, ich rechne fest damit. Ich werde Sie am Freitag nochmal kontaktieren um Ihnen den Eingang zu bestätigen, einverstanden?“

 

Herr Raser: „ Ok, so machen wir das, bis Freitag.“

 

Nachdem Frau Gut aufgelegt hat, ist sich Herr Willich sicher, dass der Kunde bis Freitag die Rechnung nicht begleichen wird. Er glaubt dem Kunden nicht und auch nicht, dass die nette Art von Frau Gut etwas bei dem Kunden bewirken kann. Und 3 Tage später ist es Freitag, Frau Gut ist vor Herr Willich im Büro und begrüßt ihn schon mit einem breitem Grinsen. Sie zeigt ihm direkt am Morgen den Zahlungseingang des Kunden und sagt: „Du musst nur wissen, wie du das Gespräch angehen musst, die Technik ist wichtig.“ In den nächsten Monaten kommt es öfter zu solchen Fällen, wo Herr Willich mit seiner raschen Art nicht weiter kommt und Frau Gut jedes Mal mit Erfolg aus der Sache raus geht. Herr Willich spricht das Thema bei seinem Abteilungsleiter an, da steckt eine Technik, ein Wissen dahinter, auch er will es lernen.

Damit Frau Gut nicht die einzige aus der Abteilung bleibt wollen die Mitarbeiter und der Abteilungsleiter, dass ein Seminar zu diesem Thema stattfindet. Frau Gut weiß genau wonach Sie suchen, denn Sie hat, als sie noch wo anders beschäftigt war, an so einem Seminar teilgenommen. Sie stellt den Kontakt zu Herrn Liebscher von der debkonplus her. Der Abteilungsleiter bucht für das Thema „Außenstände erfolgreich am Telefon einziehen“, ein Seminartag mit der debkonplus und Herrn Liebscher.

 

Herr Willich ist froh, nun kann auch er lernen wie es wirklich geht und muss seine harten Fälle nicht an Frau Gut weitergeben.