Kategorien
Blog Konfliktmanagement

Teamkonflikte: Wenn es unter den Kollegen knirscht

Teamkonflikte: Streit unter Kollegen

Personalchef Hans Grupolt* ist mit seinem Latein am Ende. Die Mitarbeiter/innen einer Abteilung sind so zerstritten, dass auch seine Intervention keinen Erfolg brachte. Was ist passiert?

Das traditionsreiche Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft wurde vor einigen Jahren umstrukturiert.  Zusätzlich implementierte man eine neue Software, die den Ablauf  zwischen den Abteilung auf einen Stand bringen sollte. Aber die Umstrukturierung hatte es „in sich“.  Schließlich wurde der Bereich „Hauswirtschaft“ aus dem Bereich „Hausverwaltung“  ausgegliedert und mit zusätzlichen Kompetenzen versehen. Jetzt konnten also die Kollegen aus der Hauswirtschaft schnellere Entscheidungen treffen.  Alles wohl im Sinne des Mieters. Zudem kristallisierte sich dann auch noch die Abteilung „Technik“ heraus, die mehrheitlich aus Architekten besteht.

Sie können sicher schon erahnen, was in diesem Konflikt passieren musste. Die Umstrukturierung wurde strategisch durch die Unternehmensführung entworfen und als „roll out“ dann den bestehenden Mitarbeiter/innen förmlich übergestülpt. Relativ schnell wurden erste Risse in den Schnittstellen deutlich, Kompetenzen wurden angezweifelt und persönliche Anfeindungen waren an der Tagesordnung. Ergebnis: Selbst die verantwortlichen Abteilungsleiter nutzt offenbar jede Gelegenheit, um der anderen Abteilung „eins auszuwischen“.

Als wenn das nicht genug wäre, fanden wir dann noch die Situation vor, dass eine Handvoll Mitarbeiter einer Abteilung offensichtlich die Geschehnisse innerhalb des Teams steuerten. Kaum zu glauben, aber einige Mitarbeiter suchten sich eine neue Arbeitsstelle, um diesen Konflikten zu entgehen.

Das ist die Situation. Verständlich, dass Herr Grupolt gerne erfahren möchte, was er nun tun kann. Es gibt sicherlich viele Wege einen Konflikt zu lösen. Wichtig sind sicherlich diese Aspekte:

 

  • Jeder der am Konflikt beteiligten Personen hat ein Bedürfnis, das offensichtlich nicht, oder nicht hinreichend berücksichtigt wird. Dabei spielt es keine Rolle, welches Verhalten die Person an den Tag legt.
  • Wie in diesem Konflikt wurde seitens der Führungskraft zu lange zugeschaut. Solange, bis ihm der Konflikt um die Ohren fliegt. Nicht zu vergessen ist, dass es gute, präventive Maßnahmen zur Konfliktbewältigung gibt, damit solche Extreme nicht geschehen.
  • Ab einer bestimmten Eskalationsstufe ist es durchaus sinnvoll, einen externen und damit neutralen Konfliktberater (m/w) hinzuzunehmen. Dieser Konfliktberater sollte sein Handwerk als guter Zuhörer verstehen und absolute Vertraulichkeit bewahren.
  • Um einen Konflikt zu lösen ist sicherlich Fingerspitzengefühl erforderlich. Andererseits haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, den „Stier bei den Hörnern“ zu fassen. Das mag sich recht martialisch anhören. Damit ist aber gemeint, dass der Konfliktberater durch eine klare, offene, aber auch konsequente Art, den Finger in die Wunde legt. Dabei werden auch Fragen diskutiert, die nicht im Ansatz auf der Tagesordnung standen.

 

Auch bei der Bewältigung der Konflikte werden die Konfliktparteien von Beginn an einbezogen. Auch in diesem Konfliktfall habe ich mich und meinen Vorschlag zur Lösung dieses Konfliktes vorgestellt, nachdem ich mit jedem persönlich gesprochen habe. Dann wurde abgestimmt.

Und das ist für mich ein weiterer, sehr wichtiger Ansatz. Ein Konflikt entsteht immer zwischen den Parteien. Und wenn dem so ist, kann er nur gelöst werden, wenn beide mitarbeiten. Unabhängig vom Ergebnis.