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Wenn aus Stress eine Belastung wird

 

Wenn aus Stress eine Belastung wird

 

„Stress gehört halt dazu…“
Herbert Zeuninger*, 43 Jahre, Ehemann und Vater von zwei Kindern, ist Führungskraft in einem mittelständischen Unternehmen der Metallindustrie. Das Unternehmen ist seine zweite Familie. Die Chefs, Kollegen und Mitarbeiter kennen sich schon seit vielen Jahren. Das Verhältnis untereinander war bis vor wenigen Jahren noch ausgezeichnet. Doch jetzt, mit all diesen Änderungen und hohen Erwartungshaltungen, wächst ihm alles über den Kopf. Der Wettbewerb ist deutlich gestiegen. Der Zeitdruck nimmt enorm zu. „Ich weiß schon nicht mehr, wann ich zuletzt meine Kinder wochentags gesehen habe“, stöhnt er. Senior und Junior Chef sind da ganz entspannt und geben immer die Parole raus: „Da müssen wir jetzt durch. Stress gehört zum Geschäft, schließlich wollen wir die Arbeitsplätze sichern.“

 

10 Prozent aller Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen
Stress in der Arbeit, Stress zu Hause, ja Stress sogar in der Freizeit – das gehört heutzutage schon fast zum „guten Ton“. Vom Schüler über die berufstätige Mutter bis zum Topmanager – die meisten Menschen setzen die Anforderungen des modernen Lebens unter Druck. Oft ist Burnout die Folge und ist fast schon zur Volkskrankheit geworden. Die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen – ausgelöst durch Zeitdruck und Stress – sind seit 1999 um fast 80 Prozent gestiegen. Sie machen bereits knapp zehn Prozent der Ausfalltage aus, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK ermittelte.
Alleine diese Tatsache sollte die Unternehmensführung aufhorchen lassen, denn die Kosten für stressbelastete Mitarbeiter sind erheblich. Aber woran liegt es, dass dieses Bewusstsein für die zunehmende Stressbelastung nicht oder nur unzureichend vorhanden ist?
Hierfür gibt es viele Gründe. Stellen Sie sich vor, ein Mitarbeiter offenbart seinem Vorgesetzten, dass er unter Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen leidet – übrigens typische Anzeichen für einen Burnout. Was meinen Sie, wie wird die Führungskraft damit umgehen?

 

Wie Stress auf Ihren Körper (ein-) wirkt
Herr Zeuninger hat das gemacht, was viele in seiner Situation tun: „Augen zu und durch.“ Noch schneller im Hamsterrad laufen, damit alle um ihn herum zufrieden sind. Das Ergebnis waren dann Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen, erhöhter Blutdruck, hohe Reizbarkeit, immer weniger soziale Kontakte und ständige Kopfschmerzen.
Wie Herrn Zeuninger wird vielen Menschen meist erst sehr spät klar, dass chronischer Stress krank macht. Sind die Energiereserven erst einmal ausgeschöpft, sinkt die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Auch Gereiztheit, Albträume, Schlafstörungen, Magen-Darmprobleme und Bluthochdruck können Stress-Symptome sein. Außerdem schwächt Dauerstress das Immunsystem und kann Herzerkrankungen, Lungenleiden und Rückenschmerzen begünstigen. Der gefürchtete Gipfel der Stressbelastung ist schließlich das Burnout-Syndrom, an dem in Deutschland immer mehr Menschen leiden.

 

Wie Sie aus dieser Stressfalle herauskommen
Herr Zeuninger hat schon mal den ersten und zweiten Schritt gemacht. Nachdem er mit seiner Frau wieder einmal einen Streit über und um die Arbeit hatte, forderte Sie ihn auf, sich den Stress als negative Belastung endlich einzugestehen und hierzu professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dieser freundliche Anstoß schaffte das Bewusstsein für die Situation und es kam, wie Herr Zeuninger sagte, wieder Hoffnung auf, dass er mit der richtigen Hilfe den Stress besser in den Griff bekommt. Keiner leichter Weg, aber ein guter Schritt in die richtige Richtung.

*Name geändert

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