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Max & Moritz ist Pleite

 

Max & Moritz ist Pleite

Bereits 1932 wurde das Autohaus Max & Moritz in Reutlingen gegründet. Das zur Weller Gruppe in Berlin gehörende Unternehmen beschäftigt an 11 Standorten insgesamt 650 Mitarbeiter/innen. Vorwiegend wurden hier bisher die Marken Audi, VW, Skoda und Seat an die Kundschaft verkauft. Für die Mitarbeiter/innen und Kunden kam die Insolvenz wohl sehr überraschend.
Diese Pleite macht deutlich, dass die Automobilhändler in Deutschland unter einem gehörigen Kosten- und Umsatzdruck stehen. Und das in Zeiten, in denen die Wirtschaft wächst und die Arbeitslosenzahlen den Tiefststand erreicht haben.

Faktoren, die den Druck erhöhen

Sicher ist, dass die Umweltdiskussionen das Geschäft für den Automobilverkauf nicht leichter gemacht haben. Schließlich haben die Hersteller beim Verbraucher das Vertrauen verloren, spätestens nach den Abgasskandalen. Leidtragende sind in der Folge auch die Automobilhäuser. Weiterhin macht sich bei den Verbrauchern eine gewisse Ungewissheit breit. Schließlich hat das politische Berlin bisher keinen Fahrplan entwickelt, der die Kaufentscheidungen erleichtern würde. Und wem soll man jetzt noch glauben? Die Auto-Lobby spielt das Thema Abgase offensichtlich herunter. Aber sicher ist, dass der Interessent starke Bedenken hat, schließlich ist der Neukauf eines Fahrzeugs eine erhebliche Entscheidung. Und niemand trifft eine solche Entscheidung, wenn ihm die Fragezeichen durch den Kopf kreisen. Denn wer möchte sich jetzt ein Auto kaufen, um dann zu erfahren, dass es nicht mehr in die Umweltbilanz fällt?
Auch wenn dieses Argument häufig abgewiegelt wird, geistern diese Bedenken – zu Recht – in den Köpfen der kaufenden Kundschaft.

Die Entstehung der Pleite

Fragen dürfen wir uns aber auch, wie eine solche Pleite überhaupt erst entsteht. Über Nacht? Ist die Entwicklung tatsächlich nicht vorher erkennbar und damit auch in eine andere Richtung zu führen? Es ist schon bedenklich, wenn ein Traditionsunternehmen, das sicherlich in der Region stark verwurzelt ist, jetzt die Flügel streckt. Aber das kennen wir ja bereits von Niki Air. Man wird das Gefühl einfach nicht los, dass manche Unternehmen wie die „Titanic“ geführt werden. Wir kennen die Gefahr und sie liegt vor uns, aber bis wir das Kreuzfahrtschiff auf einen anderen Kurs bringen, ist es schon zu spät…
Um das Schiff wieder auf Kurs zu bringen, braucht man frühzeitig einen Sanierungsexperten, der auch in diesem Fall schon viel früher hätte an Bord kommen müssen. Ist die Insolvenz demnach eine Sache der „äußeren Einflüsse“ oder doch geprägt von einem Missmanagement?

Wie es nun weitergeht

Das Unternehmen wird jetzt jedenfalls in ein Regelinsolvenzverfahren überführt. Das bedeutet zunächst, dass der Geschäftsbetrieb durch einen zu bestimmenden Geschäftsführer und einen weiteren, bereits bestehenden Geschäftsführer fortgeführt wird. Eine wichtige Rolle werden die Automobilhersteller spielen. Werden Sie das Unternehmen begleiten und aus der Insolvenz heraus einen Neustart hinlegen? Das ist jedenfalls der Niki Air bisher nicht gelungen…